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Stadtwerke Groß-Gerau steigern Energieeffizienz mit ORC-Technik von Dürr

19.04.2013

ORC - eine Technologie mit Potenzial

Groß-Gerau/Bietigheim-Bissingen, 19. April 2013 – Die Stadtwerke Groß-Gerau gehen beim Thema Energieeffizienz neue Wege. Mithilfe einer ORC-Anlage von Dürr erhöht der kommunale Versorger die Stromproduktion seines Biogas-Blockheizkraftwerks (BHKW) um über 400.000 kWh. Der zusätzliche Strom wird komplett aus der Abwärme gewonnen, die bei der Biogasverbrennung im BHKW entsteht. Zusätzliches Biogas wird nicht benötigt. Die nach der Verstromung verbleibende Abwärme von rund 90° C wird ebenfalls genutzt: zur Gebäudebeheizung und zur Kräutertrocknung in einem benachbarten Landwirtschaftsbetrieb.

Durch die höhere Energieausbeute können die Stadtwerke Groß-Gerau etwa 360 Personen mehr mit Strom versorgen. Bei der Einweihung der seit Ende 2012 laufenden ORC-Anlage sagte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich am Freitag: „Beim weiteren Ausbau dezentraler Energieproduktion ist es wichtig, in die Effizienz der Anlagen und in eine sinnvolle Abwärmenutzung zu investieren. Deshalb fördert das Umweltministerium mit bis zu 150.000 Euro den Einsatz der ORC-Technologie zur Verstromung ungenutzter Abwärme von Biogas oder Klärgasen. Durch die Erzeugung von Strom aus der sonst nicht genutzten Abwärme kann die Gesamteffizienz einer Biogasanlage deutlich erhöht werden.“ In Hessen können ORC-Projekte zur Verstromung regenerativer Abwärme seit Oktober 2012 mit bis zu 40% der förderfähigen Investitionskosten gefördert werden.

Heinz Dürr, Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG, sprach sich in Groß-Gerau dafür aus, die Förderung energieeffizienter Technologien zu verstärken: „Die Energiewende wird ohne Energieeffizienz nicht gelingen. Es wird zu einseitig über neue Energiequellen diskutiert, dabei ist Energiesparen viel einfacher – zum Beispiel mit ORC-Anlagen. In Deutschland ist die Produktion einer Kilowattstunde im Schnitt dreimal so teuer wie die Vermeidung ihres Verbrauchs. Durch sparsamere Technologien und kluges Energiemanagement ließe sich der Energieverbrauch der deutschen Industrie um bis zu 30% senken.“

ORC steht für Organic Rankine Cycle, ein Dampfturbinenprozess, der die Abwärme aus Verbrennungsprozessen zur Stromerzeugung nutzt. In Groß-Gerau hat Dürr seine innovative Hochtemperatur-ORC-Anlage für den Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb installiert. Damit ist es erstmals möglich, die ORC-Technologie an Blockheizkraftwerke mit einem niedrigen Leistungsbereich ab 50 kW zu koppeln.

Seit der Installation hat das ORC-System in Groß-Gerau über 3.000 Betriebs-stunden absolviert. Bei einer Einspeisevergütung von 20,3 Cent pro Kilowattstunde und 7.500 Vollnutzungsstunden pro Jahr beträgt die Amortisationszeit rund fünf Jahre.

Neben ORC bietet Dürr weitere Technologien zur effizienten Nutzung von Wärme und Abwärme. Dazu gehören Wärmepumpen, Wärmetauscher, Latentwärme-speicher sowie das Dürr Compact Power System, das gleichzeitig Strom und Wärme bereitstellt. „Dürr bietet wirtschaftliche Lösungen für unterschiedliche Formen der Wärme- und Abwärmenutzung. ORC ist ein zentraler Baustein unseres Produktspektrums in der Energieeffizienz“, sagte Dürr-Finanzvorstand Ralph Heuwing, der die Energieeffizienzaktivitäten von Dürr leitet. Der Dürr-Unternehmensbereich Clean Technology Systems, der das Energieeffizienz- und Umwelttechnikgeschäft bündelt, strebt für das Jahr 2015 einen Umsatz von rund 200 Mio. € an.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit vier Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems plant und baut Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobil- und Flugzeug-industrie. Application Technology sorgt mit ihren Robotertechnologien für den automatischen Lack-, Dichtstoff- und Klebstoffauftrag. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem beim Auswuchten und Reinigen, im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Der vierte Unternehmensbereich Clean Technology Systems beschäftigt sich mit Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Abluftreinigung. Weltweit verfügt Dürr über 51 Standorte in 23 Ländern und beschäftigt rund 7.700 Mitarbeiter. Dürr erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von 2,4 Mrd. €. 


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